Badminton wurde erstmals als Demonstrationssportart bei den Olympischen Spielen 1972 in München gezeigt. 1988 tauchte es als Demonstrationssportart bei den Olympischen Spielen in Seoul erneut auf. Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona wurde Badminton offiziell zu einer olympischen Disziplin, wobei die ersten Einzel- und Doppelwettbewerbe für Männer und Frauen ausgetragen wurden. Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta kam das gemischte Doppel hinzu. Rollstuhlbadminton feierte sein Debüt bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio.
Die Entwicklungsgeschichte von Carbonfaser-Verbundwerkstoffen im Badminton
Die ersten Badmintonschläger wurden aus Massivholz gefertigt. Im Zuge der technologischen Entwicklung von Tennisschlägern wurden sie jedoch auf laminiertes Holz umgestellt. Ab den 1960er Jahren wurden Badmintonschläger zunehmend aus Aluminium oder Stahl hergestellt, wobei Aluminium hauptsächlich für den Schlägerkopf und Stahl für den Schaft verwendet wurde.
Aufgrund der hohen Belastung an der Verbindung zwischen Kopf und Schaft während des Spiels war dieser Bereich anfällig für Brüche. 1968 führte Yonex das T-Verbindungskonzept ein, bei dem Kopf und Schaft durch Einfügen eines dritten, T-förmigen Elements aus hochfestem Stahl verbunden wurden. 1978 produzierte Yonex in Japan die ersten Badmintonschläger aus Kohlefaserverbundwerkstoff: den Carbonex 8 B-8500B1, der weniger als 100 Gramm wog (Abbildung 1). Seitdem werden für die meisten Wettkampf-Badmintonschläger Kohlefaserverbundwerkstoffe verwendet, während für günstigere Freizeitschläger immer noch Aluminium und Stahl verwendet werden.

Abbildung 1: Der erste Badmintonschläger aus Kohlefaser entstand 1978
Das Herstellungsverfahren für Badmintonschläger aus Kohlefaserverbundwerkstoff (CFK) ähnelt dem von Tennisschlägern, weist aber auch erhebliche Unterschiede auf. Der Schaft ist hohl und ähnlich wie das Gerüst eines Tennisschlägers gefertigt, aber er ist gerade und hat einen viel kleineren Querschnitt (kreisförmig). Der Kopf ist nicht hohl, sondern massiv, da er aus gefaltetem und komprimiertem Kohlefaser-Prepreg besteht, das dann in eine Form gegossen wird. Anschließend werden der Kopf und der (vorgehärtete) Schaft durch eine CFK-T-Verbindung verbunden, indem die beiden horizontalen Spitzen in die Enden des gefalteten Prepregs und die vertikale Spitze in den hohlen Schaft geschoben werden, der dann in der Form ausgehärtet wird.
Die neuesten Entwicklungen bei Badmintonschlägern aus Kohlefaser-Verbundwerkstoffen
Badmintonschläger unterscheiden sich in verschiedenen Merkmalen: Flexibilität, Gewicht und Balancepunkt, von kopflastig bis kopfleicht. Kohlefaserverbundwerkstoffe können diese Eigenschaften optimieren, indem die Art der verwendeten Fasern (von hochfesten bis zu ultrahochmoduligen Kohlefasern), die Faserausrichtung und die Schichtung geändert werden. Durch Modifizierung der Form kann auch der Querschnitt des Kopfes optimiert werden, um die Widerstandsfähigkeit gegen hohe Spannungen zu erhöhen und den Luftwiderstand zu verringern. Die bekanntesten Hersteller sind Yonex, Victor, Carlton, FZ Forza, Dunlop und Li Ning.
Die Leistung von Badmintonschlägern kann durch die Mischung verschiedener Fasermaterialien weiter optimiert werden (Abbildung 2), wie z. B. beim „Nanoflare 800 Pro“ von Yonex, der hochsteife Toray M40X-Kohlefaser und ultrahochmolekulare Polyethylenfasern (zur Verbesserung der Stoßdämpfung) enthält. Die Schlägerköpfe des Yonex Carbonex8000 verwenden eine Mischung aus Kohlefaserverbundwerkstoffen mit Titangewebe oder Kohlenstoffnanoröhren, um einen stabileren Schlag zu erzielen.

Abbildung 2: Verbesserung der Schlägerleistung durch die Mischung von CFK mit anderen Materialien
Darüber hinaus wird CFK im Badminton auch außerhalb des Schlägers eingesetzt, beispielsweise im CarbonSonic-Federball der Firma Victor, bei dem mit CFK verstärkte Schaumstofffedern (Abbildung 3) verwendet werden, um das Gewicht zu reduzieren und die Haltbarkeit zu verbessern.

Abbildung 3: Mit CFK verstärkte Federbälle
Seit Badminton bei den Paralympics 2021 in Tokio auf den Markt gekommen ist, verwenden sowohl Rollstuhlfahrer (Abbildung 4) als auch stehende Athleten (Abbildung 5) Schläger aus Kohlefaser im Wettkampf. Insbesondere bei Rollstuhlfahrern ist die Rollstuhlstruktur komplex: Für die Grundstruktur der Räder werden geschweißte Aluminium- oder Magnesiumrohre verwendet, aber für die Räder und den Sitz werden manchmal Kohlefaserverbundwerkstoffe verwendet, um das Gewicht zu reduzieren und so die Mobilität zu verbessern.

Abbildung 4: Badmintonschläger und Rollstühle aus CFK, die im paralympischen Badmintonsport verwendet werden

Abbildung 5: Stehende Athleten, die an den Paralympics im Badminton teilnehmen

